Karstens KMT Tagebuch

30.4.06

Klarstellung!

Erstmal geht es Karsten den Umständen entsprechend gut. Wenn man von gut reden kann. Seine Monitorwerte und Blutwerte haben sich seit Gestern nicht wesentlich verändert. Er ißt etwas und trinkt etwas. Meist verschläft er den Tag. Aber er ist klar, wenn man mit ihm redet. Für seine schwere Erkrankung ist das schon ziemlich gut. Ich hoffe das die Cortisontherapie anschlägt. Der Magen-Darm-Trakt scheint sich sichtlich ( an Hand der Ausscheidungsprodukte) verbessert zu haben. Ich hoffe das es weiter so aufwärts geht.

Noch ein Wort in eigner Sache!
Mir wurde heute zugetragen, das ich wohl einigen Leuten mit meinen Einträgen in Karstens Tagebuch, auf die Füße getreten bin. Naja, wenn man in fremden oder bekannten Tagebüchern liest, darf man sich nicht wundern, wenn dort Dinge stehen die einem nicht gefallen. Auch wenn es öffentlich gemacht wurde. Dieses Buch hatte nie vor allen Leuten zu gefallen.

Mein Ehemann Karsten wollte nicht nur eine Beschäftigung im Krankenzimmer haben, sondern damit auch anderen Betroffenen zeigen, wie so etwas aussehen könnte. Was auf keinen Fall heißt, das jede KMT so verläuft. Völliger Blödsinn, wer so denkt! Jeder Mensch ist individuell verschieden und bei jedem verläuft die Krankheit eben anders. Zumal auch nicht alle Patienten an der gleichen Grunderkrankung (spricht Leukämieart) erkrankt sind. Karsten hat halt viele seltene Komplikationen bekommen, darum sind die Dinge eben anders gekommen als erwartet. Dabei ist er leider viermal auf der Intensivstation gelandet.

Wer davon nie selbst betroffen war oder ist, kann sich nicht im geringsten vorstellen, durch welche Hölle ich persönlich gegangen bin. Da verliert man zeitweise den Bezug zur Realität. Die Welt wird so unwirklich, wenn einem eine Ärztin auf der Intensivstation so nebenbei erzählt, das das eigentlich Alles nichts bringt und irgendwas von "Austherapieren" faselt. Die Schwestern mich schon mit herunterhängendem Kopf und Mitleidsaugen begrüßen, weil sie denken der kommt hier sowieso nicht mehr weg. Und man denkt es gibt nur einen wirklichen Menschen in dieser unwirklichen lauten Maschinenwelt. Die wie eine Offenbarung einem die Hand aus dem Dunkel entgegenstreckt. Eine "einfache" Putzfrau auf der Intensivstation, die einfach nur ein paar Worte sprach, um mich zu trösten:"Nicht weinen Mädchen, ich habe hier schon Wunder gesehen!" Diese Frau kennt meinen Mann nicht, aber betet für ihn und für viele Andere. Gott hab Dank für solche Menschen!

Damit will ich keinensfalls die Arbeit der Ärzte und des Pflegepersonals herabwürdigen. Ohne ihre Hilfe wäre mein Mann nicht mehr am Leben. Sowie durch die hervorragende Arbeit der Ärzte, Schwestern und Pfleger auf der KMT-Station L21. Vor allem der wirklich sehr guten Leitung des Ganzen. Dies will ich hier ganz intensiv betonen. Mein Mann hat sich für die KMT entschieden, weil er leben will. Es war die einzige mögliche Therapie, die eine Heilung dieser heimtückischen Krankheit verspricht. Er will seine Kinder aufwachsen sehen. Aber ein Krankenhaus mit Ärzten und Schwestern, können auch nur das Leisten, wozu Sie im Stande sind. Sie können keine Wunder vollbringen. Somit können Sie keine Garantien geben. Das kann eben kein menschliches Wesen, sonst wären wir nicht menschlich.

Es gibt keinen Ort der Welt an dem mein Mann jetzt besser aufgehoben wäre, als in Großhadern auf auf der KMT-Station. Karsten hat den Ärzten von Anfang an vertraut und tut es noch immer.

Karsten kam von der Intensivstation runter, weil er leben will! Und dieser Wille ist entscheidend, er trägt zur Heilung bei. Und wenn die Ärzte ab und zu ratlos sind, dann nur weil Sie an Grenzen stoßen und daraus lernen müssen. Bis jetzt haben sie das immer gut gemeistert und das werden Sie auch weiterhin tun.

Auch wenn mich manche unglückliche Ereignisse und Umstände zu einigen unbedachten Äusserungen in diesem Tagebuch veranlasst haben, bitte ich die Betroffenen um Verständnis und um Entschuldigung.

Ich hoffe das dieses Tagebuch weiterhin so großen Anklang findet, besonders bei Menschen die sich in ähnlichen Situationen befinden. Den Krankheit bedeutet nicht das Ende, es ist ein Weg!

Es wird immer Menschen geben, die mit bestimmten Dingen nicht einverstanden sind. Wie zum Beispiel der Einblick in eine persönliche Krankengeschichte. Aber wie das so mit Tagebüchern ist, man muß sie ja nicht lesen!!!

Allen Anderen danke ich für ihre lieben und unterstützenden Comments. Die mir sehr über die schweren Zeiten geholfen haben und es immer noch tun. Danke!


Nie Aufgeben!
Gabi

6 Comments:

  • Liebe Gabi,

    tut mir leid für dich, jetzt musst du dich auch noch damit rumärgern. Was soll man dazu sagen?

    Es ist ein Tagebuch mit persönlichen Erlebnissen - Eindrücken. Du schreibst das nieder was du an einem bestimmten Tag so empfunden hast. Das kann possitiv sein, aber auch negativ. Das bist DU, und solange du niemanden per Namen beleidigst oder schlecht machst, ist alles was du schreibst in Ordnung, und jedem dem es nicht passt, der braucht nicht darin zu lesen.

    Es ist wichtig für dich mit dieser Situation fertig zu werden indem du es niederschreibst, um evtl. auch ein Feedback zurück bekommst. Der Austausch mit Menschen tut einem in dieser Situaton sehr gut, du schöpfst Kraft dadurch.

    Ich drück dich jetzt mal von der Ferne und wünsch dir weiterhin viel Kraft und lass dich nicht beirren. Schreib weiter so wie du es die ganze Zeit getan hast.

    Liebe Grüße Lydia

    By Anonymous Lydia, at 9:25 nachm.  

  • Gut Gabi, es ist sehr schön was du geschrieben hast!
    ...ärgere dich nicht!
    Du machst das alles sehr gut, du hast die Kraft,...nur..es dauert halt....!
    Alles liebe, viel Gesundheit für Karsten,
    ich hab dich lieb...dein Schersterherz!

    By Anonymous Simone, at 9:59 nachm.  

  • Liebe Gabi,

    wenn ich in Eurem Blog lese, dann tue ich es gerne. Wenn jemandem der Blog nicht zusagt, dann findet er bestimmt oben das Kreuzchen, kann die Seite ja wegklicken. Das ist meine Meinung.

    Seit einiger Zeit hab ich Eure Seite verlinkt. Und verfolge die Fortschritte von Karsten.
    Auch ich finde es gut, sage Dir, dass Du nicht alleine bist. Viele, viele drücken die Daumen und beten für Karsten.
    Auch ich wünsche Dir Kraft, und schließe mich den Worten von Lydia an.
    Ich hab auch schon viele Wunder gesehen!
    Einen besonders lieben Gruß, Akua

    By Anonymous Akua, at 1:55 vorm.  

  • Hello Gabi,

    I worked with Karsten a lot last year, in Munich/Elyria and also in Gothenburg.

    They should invent a cure that requires quick thinking and determination, because in those things Karsten cannot be beaten.

    From reading the blog, it seems that Karsten is having a bad period, but if he manages to sit up and eat again, give him my regards.

    My best wishes and some strength to you in the meantime,

    Roger Tempest

    By Anonymous Roger Tempest, at 7:55 nachm.  

  • Hallo Gabi,

    seit geraumer Zeit lese ich hier bei Dir und Karsten mit und mindestens einmal am Tag schaue ich hier rein. Lass Dich nicht beirren, mache weiter und schreibe. Schreibe auf was Dich bewegt und was Dir im Kopf herumgeht. Wer es nicht lesen mag soll halt wegschauen. Ich werde weiter lesen und Anteil nehmen... und versuche ein wenig Kraft zu schicken - für Karsten und für Dich.

    Liebe Grüße, Sis

    By Anonymous Sis, at 7:30 nachm.  

  • Hallo!
    Hoffe es geht weiter aufwaerts (ja ich weiss...kleine Schritte).
    Lese gerade in der Arab Times, dass die USA ein Medikament zur Behandlung von MDS durchgebracht haben. Das Medikament heisst Dacogen bzw Decitabine und stammt aus Holland. Kann man eigentl medikamentoes noch was machen, wenn man erstmal den Weg der KMT gegangen ist?
    Druecke euch ganz fest aus der Ferne.
    Alles Liebe
    Katrin

    By Anonymous Anonym, at 11:00 vorm.  

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