Karstens KMT Tagebuch

27.2.06

Wieder auf Station L21

Am Samstag den 25.02.06 kam er unerwartet früh (so um Mittag herum) wieder auf seine Station (L21, gleiche Zimmer) zurück. Er war noch sehr geschwächt, gestresst und atmete schwer. Er bekam eine Magensonde, weil es in seinem Magen drückte und der überflüssige Magensaft raus wollte. Damit ging es ein wenig besser. Am nächsten Tag war er etwas klarer und bewegte sich mehr. Am Sonntag sind seine Eltern nach Hause gefahren, wollen aber nach einer Woche wieder kommen. Er war klar und hat mit ihnen und später mit mir geredet. Besser genuschelt, da sein Gaumen und Zunge noch sehr angeschwollen sind. Die Intubation hat halt Spuren hinterlassen.

Gestern am 26.02. war ich spät noch bei ihm. Er hatte Rückenschmerzen und wollte unbedingt seine weiche Matratze wieder haben. Typisch Krankenhaus. Am Samstag und Sonntag geht das natürlich nicht, da in der Bettenzentrale keiner mehr arbeitet. Nur Notprogramm. Ich werde mich heut darum kümmern. Ich hatte gestern mit dem diensthabenden Arzt geredet. der hat es mir dann ziemlich hart ins Gesicht geknallt. Das was ich nicht wahrhaben will. Die Chancen stehen Fünfzig zu Fünfzig. Karstens Magen, insbesondere Darmtrakt ist hochgradig entzündet, durch die Vieren und der GvH. Der Kampf zwischen Immunsuppression und Vierenbekämpfung ist noch nicht beendet.

Die einzige wirkliche Chance die er hat ist die Zeit und die Hoffnung, dass das Spendermaterial von ihm akzeptiert und nicht mehr abgestoßen wird. Und das einzige das ich tun kann ist so oft wie möglich bei ihm zu sein, ihm Mut zu machen damit er nicht aufgibt. Ich glaube das der Geist stärker als der Körper sein kann und ein fester Wille Berge versetzen kann. Er muss weiter an sich glauben, wenn es auch schwer ist.

Am Sonntag waren die Kinder draussen vorm Fenster und er hat sich sehr darüber gefreut. Er erzählt auch viel von ihnen und ich erzähle ihm Geschichten von zu Hause. Aber auch das ist ein schwerer Weg, den die Kinder belastet jeder dieser Besuche und ich will nicht das sie ihre kindliche Unbeschwertheit verlieren. Auch für Karsten ist es nicht leicht und er wird dann immer nachdenklich und traurig.

Also müssen wir eine gesunde Mischung finden. Und vor allem die Hoffnung nie aufgeben. Betet also weiter (18:00) jeden Tag. Auch wenn einige Leute nicht daran glauben. Gemeinsame positive Energie hilft, jedenfalls kann es nicht schaden.

Ich wünsche ihm und dem Rest der Welt nur das Beste.
Gabi

24.2.06

Aufgewacht!

Nach ca. 5 Tagen auf der Intensivstation hat es Karsten geschafft aufzuwachen. In der Nacht kam er zwar nochmal an die Beatmungsmaschine und bekam ein Schlafmittel weil er sich so angestrengt hatte, aber mehr aus Vorsicht. Die Ärzte haben heute 24.02. 06 alle Narkosemittelchen eingestellt. Er bekam noch ein EEG und so am Nachmittag, als ich bei ihm war war er schon etwas unruhiger als den Tag zuvor. Er wurde immer ein Stückchen wacher und schließlich begann ihn der Schlauch im Hals zu stören.

Ich redete gut auf ihn ein das er mitmachen müsse und richtig wach sein muß, damit er das blöde Ding endlich los wird. 16.30 war es so weit, der Pfleger und zwei Ärzte zogen den Beatmungsschlauch aus dem Hals und saugten gleich den Schleim ab. Aber damit war es nicht unbedingt besser. Trotz Sauerstoffmaske, röchelte Karsten und war kurzatmig. Wirklich grausam mit anzusehen. Er wurde noch mehrmals abgesaugt, weil er es noch nicht schaffte richtig abzuhusten.

Dann kam noch eine (ich denke) Oberarztvisite. Ein Anzugstyp stülpte sich einen Kittel über und stand plötzlich mit den anderen Ärzten brav um Karstens Bett herum. Das EEG war noch nicht da. Seine Leukos so um 1000. Aber seine Sauerstoffsättigung im Blut wurde gelobt. Etwas absurt, weil Karsten in diesem Moment gerade wie ein Wilder um Luft jappste. Der Oberdoc. fragte mich ob ich mit meinem Mann schon geredet hätte. "Klar!" Er hatte mir deutlich zu verstehen gegeben, dass er nicht verwirrt sei und mich versteht. (... auch wenn man das nicht gerade reden nennen konnte). Egal, jederfalls machte mir der Arzt klar, das dieser Zustand schon wieder besser sei, aber das es nicht ausgeschlossen ist, das es immer rauf und runter gehen wird. Naja, welch eine Neuigkeit. Dann gab mir der Pfleger zu verstehen das er das Bett machen wollte und ich verabschiedete mich mit Karstens Einverständnis von ihm.

Ich sagte:" Halt die Öhrchen steif!" dann gab ich ihm mit Mundschutz ein Küsschen auf die Stirn.
Ich bete das du eine einigermassen gute Nacht hast, bis morgen.

Alles Liebe Gabi

22.2.06

Genau 1 Monat her.

Heute ist der 22. 02.06 und es ist genau einen Monat her als Karsten das zweite mal ins Krankenhaus kam. Diesmal ist leider alles viel schlimmer. Er liegt weiterhin auf der Intensivstation. Gestern am 20.02. wollten Sie ihn wecken. Das klappte noch nicht. Also hängt er wieder an der Beatmungsmaschine, aber diesmal gibt er schon den Atemtakt an. Heute wurde endlich der Kernspinn gemacht. Hab aber noch keine Ergebnisse erfahren. Wenn dabei nix rauskommt, werden Sie wohl morgen nochmals Liquor entnehmen um nach den Vieren oder Bakterien zu schauen!?

Eventuell je nach Lage versuchen Sie ihn erneut zu wecken. Aber wie ich den Laden kenne werden die nicht so schnell fertig mit der Liquorabnahme und den ganzen Besprechungen, somit wird er am späten Nachmittag wohl nicht mehr aufgeweckt. Mal sehen! Der Pfleger sagte, dass es nicht gut sei Patienten zum Abend hin aufzuwecken. Is ja eigentlich auch klar. . . die haben dann einen verdrehten Schlaf-Wach-Rhytmus. Leider ist auch noch nicht klar, ob er wach wird. Woran das liegt? Momentan tappen die Ärzte noch im Dunkeln. Ich bete das es das nächste mal klappt. Er hält sich bis jetzt so tapfer. Momentan sind seine Werte stabil.

In Liebe Gabi

20.2.06

Rückfall kurz nach seinem Geburtstag.

Heute ist Montag der 20.02.06 und Karsten befindet sich wieder auf der Intensivstation F2. Dabei hatte er einen recht netten Geburtstag auf der L21 verlebt. Ich konnte wegen Halsschmerzen nicht zu ihm ins Zimmer, so blieben ich und die Kinder draußen vor dem Fenster (zu ebener Erde) und klebten Luftballons an die Scheibe. Seine Mama, Papa, Schwester und Evi vom Verein haben ihn besucht. Vielleicht hat ihn der Besuch und die vielen Anrufe doch zu sehr angestrengt.? Denn am Abend seines 37zigsten Geburtstages (18.02.) wurde er sehr müde und atmete schwerer. Am Morgen des nächsten Tages rief ich früh bei ihm an (ca. 7.00). Er erkannte mich zwar, war jedoch sehr desorientiert, atmete schwer und klang verschleimt. Am 19.02. um Mittag rum war er dann nicht mehr ansprechbar und schlief unter einer Atemmaske ein. Da er sein Blutdruck runter ging bekam er Medikament zur Stabilisierung. Als er nicht mehr erweckbar war, entschieden sich die Ärzte unter zu Rateziehung mehrerer Ärzte zu einem CT des Kopfes, da sie eine Einblutung /Blutgerinnsel vermuteten.

Er wurde gleich intubiert, beatmet und nach dem CT kam er gleich auf die F2 (Intensiv). Die Ärzte fanden im CT weder einen Hinweis auf eine Blutung noch zeigte das Bild eine Aufälligkeit. Er wurde in der Nacht weiterhin in diesem künstlichen Koma gehalten um seine Werte stabil zu halten. Ich war heute vormittag mit seiner Schwester Katrin bei ihm und habe mit ihm geredet. Er hörte mich sicher, aber später als er von der Maschine entwöhnt werden sollte war er nicht in der Lage wach zu werden. Also Komando zurück und noch warten. Laut Ärztin ist er größtenteils selbst in der Lage zu atmen und den Rest macht die Maschine, aber so lange er nicht richtig wach wird ist das Risiko zu groß.

Die Ärzte räseln noch warum er nicht wach wird. Es könnten die starken Pilzmittel sein(ist schon umgestellt worden) oder die Viren (der virologische Befund von Freitag war noch nicht da). Für Mittwoch ist ein Kernspinn geplant, damit soll der Kopf nochmals ganz exakt abgeleuchtet werden.

Karsten halte durch und nutze das Koma zur Regeneration. Ich berichte weiter.
Alles Liebe Gabi

17.2.06

Wir glauben an Dich!

Heute ist der 17.02.06 und morgen hat Karsten seinen 37 zigsten Geburtstag. Und ich kann nicht zu ihm rein, weil ich eine Halsentzündung habe. Ich habe schon gestern Abend wie blöd gegurgelt. Aber die Ärztin meinte, ich darf auf keinen Fall zu ihm rein, wenn ich noch diese Halsschmerzen oder Husten habe. Wirklich dumm gelaufen. Laut meinen Schwiegereltern ist er ansprechbar. Die Urologen haben aber heut noch einen kleinen Eingriff vor. Damit die Niere entlastet wird, wollen sie einen Katheter zwischen Nieren und Blase legen. Ich bete das alles gut geht.

Überings hatten sich die Adenoviren nicht bestätigt. (Laut Arzt der Station). Schon am Montag mussten keine Schuhe mehr ( extra in der Schleuse) getauscht werden. Also er hat wohl wie schon seit Wochen zuvor nur diesen Zytomegalie Virus (einen Herpesabkömmling) der wohl einer der häufigsten Komplikationen bei transplantierten ( immungeschwächten) Personen darstellt. (Diese Ärzte erzählen einem auch nicht gleich alles . . , ist ja klar man ist ja nur Patient oder Laie und sowieso britzel-blöde.)

Gestern früh war ich noch bei Karsten und hab ihn ans Waschbecken begleitet. Mundpflege mit ihm gemacht und danach wieder ins Bett gebracht. Er war zwar müde, aber hat klare Antworten gegeben. Erst als er wieder Opiumtropfen bekam, träumte er wieder sehr real (Halluzinationen) und war zeitweise sehr verwirrt. Das Opium verlangsamt die Darmtätigkeit und wirkt so gegen die Schmerzen.

Er hat dann sehr viel geschlafen bis zum Abend. Die Pfleger berichteten mir, das er in der Nacht aufstehen und nach Hause gehen wollte. (Das kann ich ihm auch nicht verdenken). Weil er von seinem Plan nur schwer abzubringen war, bekam er was zum Schlafen. Heute hat er wohl auch viel geschlafen. Aber wurde im Bett gewaschen. Zum Aufstehen war er wohl zu schwach.

Mein Gott, ich hoffe das alles gut geht. Karsten halt durch, wir glauben an dich!
In Liebe Gabi

14.2.06

Besuch aus Kuwait

Heute kam seine Schwester aus Kuwait. Eigentlich schon gestern, aber ich bekam sie erst heute zu Gesicht. Sie wird wohl eine Woche bleiben. Gestern am 13.02. ging es ihm etwas besser als zuvor. Heute früh hatte ich den Eindruck er war sehr stark desorientiert. Der Kopfschmerz von gestern ist weg. Er klagte jedenfalls nicht mehr. Der Pfleger meinte, das das Kopfweh durch den Wetterumschwung ausgelöst wurde. Hoffen wir's. Laut Doktor hat sich sein Zustand,( gemessen an dem Zustand vor zwei Wochen, als er noch auf der Intensiv war), um längen verbessert.

Es geht eben alles langsam. Ich bin ja schon so froh das er nicht mehr so viele und starke Schmerzen hat. Also haben wir weiterhin viel Gedult und beten.

Alles Liebe Gabi

11.2.06

Am Ball bleiben!

Hach .... natürlich war die Banane ne eigenmächtige Aktion vom Pfleger. Er hatte das wohl zu gutgemeint und Mitleid mit Karsten. Ein Glück für den Pfleger, das Karsten diese zu frühe Gabe (bis jetzt) vertragen hat. Da heute 11.2.06, am Tage schon Jutta und Evi bei ihm waren, habe ich ihn erst Abends besucht und mit dem Arzt geredet. Der äußerte sich (verhalten) positiv. Die Blutwerte sehen etwas besser aus und er geht wieder auf den Klostuhl, neben seinem Bett. Verwirrt ist er zeitweise immer noch, was aber auch der Arzt, teilweise der Medikation zuschreibt.

Hoffen wir das Beste! Morgen darf ich ihm (mit ärztlicher Genehmigung) eine Schleimsuppe mitbringen. Lecker! Lecker! Aber so fängt man nun mal wieder an, wenn der kaputte Magen so lange Zeit leer war.

P.S.
An dieser Stelle möchte ich mich herzlichst für die vielen guten Wünsche, Emails, SMS, Briefe ect. und Telefonate bedanken. (Wobei Tefonate nicht so gut sind , da ich bei jedem Klingeln immer Angst habe, es könnte das KH sein.)
Trotzdem herzlichen Dank für Euer Mitgefühl! Auch wenn ich das manchmal nicht richtig ausdrücken kann, ich freue mich sehr darüber. Und wenn es Karsten wieder besser geht könnt ihr ihn auch wieder anrufen. Also weiterhin heißt es: "Am Ball bleiben!"

Alles Liebe Gabi

10.2.06

Stabil, aber noch nicht übern Berg!

Ab Mittwoch 8.2.06 ging es ein wenig besser. Aber schon am Do teilweise wieder Rückfall. Es geht halt immer auf und ab. Heute am Freitag 10.2. war er zeitweise gut ansprechbar. Dann wieder verwirrt und hat zwischendurch viel geschlafen. Wenigstens hatte er keine blutigen Durchfälle mehr und der Urin sah auch besser aus. Er hat aber immer noch Schmerzen beim Stuhlgang. Ob seine Verwirrtheit am Opium oder an den vielen Medikamenten liegt wissen die Ärzte auch nicht. Aber was wissen die schon .....

Mir kommt es manchmal vor als wären die ratloser, als ich. Heute hatte ich mit einem seltsamen Exemplar dieser Gattung "Gott in weiß" gesprochen. Kam mir so gestört und Menschenscheu vor, wie ein Pathologe. Naja, der war auch meist nur im Nachdienst eingesetzt, bis er mir heute vor die Nase gelaufen ist. Sein Pech ... aber er konnt mir halt auch nicht mehr sagen, als abwarten. (Wie ich erfahren habe, hat dieser seltsame Vogel, Karsten auf seine Reaktionen und Reflexe mitten in der Nacht geprüft. Es gab keine Hinweise auf irgendwelche Ausfälle im Hirn).

Das mit den Vieren wird noch dauern. Und ich bin schon froh, wenn Karsten wach ist und mal ein wenig Fernseh schauen möchte. Heute hat ihm der Pfleger eine Banane gequetscht. Ich war leider nicht dabei und Jutta hat nicht gleich gefragt. Was das soll? Den er hat ja sein Wochen nicht richtig gegessen, nur künstlich ernährt. Er trinkt höchstens mal zwei Schluck Wasser oder Saft am Tag. Hat Magen und Darmschmerzen und bringt teilweise die Tabletten zum Magenschutz wieder raus. Ich hoffe nur für den den Pfleger, das das keine eigenmächtige Handlung war und er den Segen vom Pathologen hatte. Morgen werd ich nachhacken.

Ich bete, dass er eine gute Nacht hat und nicht den Bananenbrei erbricht. Liebe Grüße Gabi

8.2.06

Hoffen, hoffen ,hoffen!

Heut ist Mittwoch und es ging die Tage mal hin mal her. Gestern ging es etwas schlechter, heute einen Tick besser. Aber wie die ganze Zeit hat er Halluzinationen vom Pilzmittel. Die Ärzte haben es schon geändert, aber trotzdem redet er im Schlaf und greift nach nicht vorhandenen Sachen. (Meist nach Essen). Am Montag wurde Liquor aus der Wirbelsäule punktiert, aber das Ergebnis dauert noch, was die Viren angeht, Bakterien sind wohl keine drin. Das ist auch die größte Befürchtung der Ärzte. Das sich diese Biester ins Hirn schleichen könnten. Darum wird er weiterhin mit hochdosierten Virustatikern, Antibiotikern und Pilzmitteln bombadiert. Ich bin ganz stolz das er das so tapfer erträgt.

Heut hab ich ihm ein "Gute-Besserungs-Brief" von den Kindern ins KH gebracht. Er hat sich sehr gefreut. Ich werde heut Abend nochmals mit dem Arzt reden, da heute (Chefarztvisite) war. Ich glaube weiterhin an ein Wunder. Und es tut ihm gut, wenn alle an ihn denken und die besten Wünsche senden. Er gibt jedenfalls nicht auf und wir stehen ihm in dieser schweren Zeit zur Seite. Liebe Grüße Gabi

4.2.06

Wieder auf Station L21

Am Do den 2.2.06 wieder auf seine KMT-Station L21. Es ging ihm noch sehr schlecht, aber besser als zuvor. Das gab Hoffnung. AmFr. 3.2. früh bekam er wieder Besuch von seinen Eltern. Ich ging am Nachmittag hin. Er war gut ansprechbar und seine Durchfälle hatten die Ärzte mit etwas Opium verringern können. Der Blasenkatheter war auch weg. Sehr gut! Er bekommt weiterhin mächtig viele Medikamente. Daher zeigt sich eine leichte Gelbfärbung in den Augen, die mir schon auf der Intensivst. aufgefallen war. (Ikterus) Die Leber hat jetzt alle Hand zu tun. Sowie die Nieren und der gesammte Rest. Karstens Zustand machte trotzdem einen besseren Eindruck auf mich.

Ich sprach mit dem Arzt. Der Zustand ist weiterhin kritisch. Sie haben mehrere Viren lokalisiert. Zum einen das Adenovirus und dann noch die Epstein Baar Vieren. Diese verdammten Biester. Dieser ist besonders übel, er löst die Mononukleose (Pfeif. Drüsenfieber) aus. Karsten ist selbst nie daran erkrankt. Sein Schwester und ich haben diese Krankheit mal durchgemacht. Er muß Antikörper dagegen entwickelt haben. Diese Abwehr wurde ihm nun durch die Transplantation genommen. Und diese Viren haben die vorliebe im Körper zu bleiben und auf schwache Abwehrmomente zu warten. Also kurzum, er hatte sie mitgeschleppt und konnte sie durch sein nichtvorhandendes Immunsystem nicht mehr in Schach halten.

Der Op-Termin für die Keilbeimhöhle wurde verschoben und wie ich gestern abend noch erfahren haben, wird das bis zwei Wochen dauern, bis er operabel ist und sie den Virus in den Griff bekommen. Das hoffe ich sehr. Denn Karsten ist sehr schwach und manchmal verlässt ihn der Mut. Eine Aufnahme der Lunge hat keine Hinweise auf eine Lungenentzündung ergeben. Nur Wasseransammlungen. (Er bekommt sehr viel Infusionen und der Körper versucht die viele Flüssigkeit halt irgendwo unterzubringen.) Erst mal nicht dramatisch. Ein Glück!

Heute ist Sa. der 3.2.06 und Karstens Eltern besuchen ihn früh, ich werde am Nachmittag hingehen. Dann werde ich wieder berichten. Gruß Gabi

3.2.06

Nie aufgeben!

Hier schreibt die Frau von Karsten Rose. Er wurde am 22.12.05 von der KMT-Station entlassen. Wir verlebt ein schönes Weihnachtsfest und ein schönes Sylvester. Es ging ihm ganz gut, bis auf das er manchmal müde war und oft Pausen einlegte. Temp. zw. 37,1-37,3C°. Aber leider lief seine Nase immer und erst nach dem zweiten KMT-Ambulanzbesuch untersuchten die Ärzte die Flüssigkeit und fanden heraus das es sich um Liquor handelt. Also war der bei der letzten Untersuchung eröffnete Zugang zur Keilbeinhöhle nicht zugewachsen, wie erhofft. Die Ärzte planten diesmal eine Op, die das Loch vom Gehirn aus verschließen sollte . Hörte sich dramatisch an, aber versprach einen besseren Erfolg. Am 21.1.06 bekam er leichte Temp. und fühlte sich im Magen etwas unwohl. Er wollte aber noch nicht zur Ambulanz, weil er am nächsten Tag sowieso einen Termin hatte und erst bei höheren Temp. die Pferde scheu machen wollte.

Am nächsten Morgen (22.1.06) brach er beim Duschen in der Duschkabiene zusammen. Er bekam Erbrechen und Durchfall. Ich fuhr ihn sofort ins KH. Noch am Vormittag kam er wieder auf seine alte Station, ins gleiche Zimmer. Dann begann eine Woche voller Qualen für ihn. Übelkeit und Erbrechen und dazu noch massive Durchfälle. Er hatte sich einen Adenovirus eingefangen. In seiner Lage sehr schlimm. Am So 29.1.06 bemerkten wir das die Flecke am Körper schlimmer geworden waren. Die GvH kam wieder. Am Mo 30.1. untersuchten die Ärzte mittels einer Coloskopie den Darm. Die GvH hatte den Darm angegriffen und das Adeno tat den Rest. Mist! Nach der Coloskopie ging es ihm massiv schlechter und am Di 31.1. Nachmittags rief mich der Arzt der Station an und schilderte wie schlimm die Lage war. Ich fuhr sofort hin.

Er quälte sich mit Bauchschmerzen und Durchfällen. Es ist wirklich schlimm mit anzusehen und nichts tun zu können. Ich pflegte seine Haut und sprach im Trost zu. Doch am Abend wurde ihm plötzlich schlecht und er erbrach eine ganz Nierenschale voll Blut. Dann ging alles ganz schnell, Schwester,Arzt, Ärzteteam, er sollte Gastroskopiert werden. Das klappte nicht rech,t weil sich soviel Blut im Magen befand. Das Blut kam ihnen nur so entgegen. Er wurde auf die Intensivstation verlegt.

Unter Narkose intubiert und beatmet. Die Magenspiegelung ergab, dass es aus dem Dünndarm blutete. Er bekam 6 Blutbeutel und Thrombozyten, Mittel zur Blutgerinnung, Massig Antibiotika und Virostatika. Dazu wurde die GvH bekämpft. Ich betete das er die Nacht überlebt. Ich schlief kaum und fuhr gleich mit einem guten Freund von Karsten am nächsten Morgen ins KH. Er war noch intubiert als wir ankamen, wehrte sich aber schon gegen den Schlauch im Hals (Tubus). Als er langsam wach wurde, entfernte der Pfleger das störende Ding im Hals. Er war sehr benommen, redete in Rätseln und schlief immer mal wieder ein. Immer wieder von Schüttelfrost bis hohem Fieber geplagt. Eine grausame Zeit für uns alle. Ich saß bei ihm und bangte.

Er wurde klarer. Die Nacht war grausam, um 4 uhr rief ich auf der Intensiv an. Ich durfte mit ihm sprechen. Er konnte nicht schlafen. Was verständlich war. Am nächsten Morgen durften wir erst um 10.00 rein. Thomas begleitete mich, da ich nicht in der Lage war Auto zu fahren. Am Do.2.2.06 sah Karsten deutlich besser aus. Zeitweise pflaumte er die Pfleger an und beschwerte sich was das für ein Saftladen sei. Keine Umkehrisolation usw. Super, er war wieder da. Ein gutes Zeichen. Und es war wahr, Niemand hielt es für nötig Mundschutz und Haube zu tragen, es war auch kein Virenschutz für die Anderen gegeben, da alle Räume offen waren. Das machte Karsten große Sorgen, er hatte Angst auch noch andere geschwächte Patienten anzustecken. Aber das war jetzt unsere geringste Sorge. Er trübte oft ein und ich entdeckte ein Herpesbläschen an seiner Lippe. Mist, diese verdammten Herpesvieren. Er bekam ja schon alles was sie an Vierenmittel hatten. Der Prof. von der KMT-Ambulanz und Vater dieser Einrichtung, sagte es offen heraus. Er ist sehr schwer krank und es ist immer ein "Eiertanz" zwischen Immunsupression und Virenbekämpfung.

Ich betete und er kämpfte. Er wollte unbedingt wieder auf seine Station, wo es ruhiger war. Man versprach ihm, wenn alle Werte wieder im grünen Bereich wären, würde er am Do Nachmittag noch auf seine Station zurück kommen. Das baute ihn auf. Seine Eltern kamen, die gestern schon angereist waren und ihn besuchten und ich half mit seiner Mutter bei der Verlegung. Auf der L21 war sein Zimmer schon wieder belegt und er bekam jetzt ein Neues. 126Zi. so in der Mitte vom Gang. Etwas größer mit Schrank, aber nicht unbedingt praktischer. Er versprach mir das er nicht einfach allein auf den Klostuhl geht. Er war noch viel zu verwirrt und ich hatte Angst er würde wieder zusammenbrechen.

Die Eltern blieben noch und ich fuhr nach einem anstrengenden Tag nach Hause. Am späten Abend rief ich nochmals auf Station an. Sie versicherten mir das er jetzt eine Sitzwache im Zimmer hat, die aufpasst, da die Schwestern zu viel zu tun haben. Er hat Schmerzen, immer noch massive Durchfälle und es schwebt immer dieses Schwert über seinem Haupt. Der Zugang zum Gehirn. Aber er gibt nicht auf .Er kämpft weiter. Und das würde er jedem Sagen der eine KMT-Transplantation vor sich hat oder dabei ist. Nie aufgeben! Und das tu ich auch nicht! Der Weg zur vollkommenen Gesundheit ist lang und schwer, aber nicht unmöglich. Ich hoffe und bange und bin dankbar für jeden Tag an dem er lebt. In Liebe geschrieben Gabi